Von Ralf Arenz, Kölnische Rundschau vom 23.03.09, 20:04h
Die IG Metall will mit neuen Instrumenten Entlassungen verhindern. Helfen könnten Struktursozialpläne, sagte Wolfgang Nettelstroth von der NRW-Bezirksleitung vor über 180 Delegierten der IG Metall Köln-Leverkusen.
KÖLN - Mitarbeiter sollten ein Rückkehrrecht in den Betrieb bekommen, aus dem sie ausscheiden mussten, wenn es dem Betrieb wieder besser gehe. Das sei nach derzeitigem Recht nicht möglich, so Nettelstroth. Auch sollte Kurzarbeit noch stärker mit Qualifizierung verbunden werden, damit die Mitarbeiter zusätzliche Perspektiven bekämen.
Viele Betriebe der Metall- und Elektroindustrie arbeiten derzeit kurz, darunter auch die Deutz AG. Bei Ford habe die Abwrackprämie dafür gesorgt, dass geplante Kurzarbeit in der Fahrzeugmontage gestrichen werden konnte, sagte Betriebsratschef Dieter Hinkelmann. Durch sie könne bis weit ins dritte Quartal die Beschäftigung aufrechterhalten werden. Außerdem sichere sie Arbeitsplätze bei Zulieferern, Stahlkochern oder im Handel. Sie sei der einzige Teil des Konjunkturpakets, der sofort wirke, sagte Hinkelmann.
Derzeit sei zunächst die Schutzfunktion der Gewerkschaft gefragt, sie müsse Entlassungen vermeiden, sagte Kölns IG-Metall-Chef Wittich Roßmann. Darüber werde die Gestaltungsfunktion aber nicht vergessen. Auf alle Fälle müsse verhindert werden, dass nach der Krise „Neoliberale den Sozialstaat zusammenkloppen“ um zu sparen, nachdem der Staat hohe Summen in die Wirtschaft gepumpt und Schulden angehäuft habe, so Roßmann.
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